In Italien, wird, wie in Deutschland auch, am 6. Dezember Nikolaus gefeiert, allerdings heißt der Heilige dort San Nicola. Der kleine Bruder vom Weihnachtamann wird in Italien ganz ähnlich gefeiert wie in Deutschland. Nachts bringt San Nicola kleine Geschenke und Süßigkeiten auf den Gabenteller vor dem Schlafzimmer der Kinder. Da in Italien noch die weihnachtlichen Feste der Santa Lucia am 13. Dezember und Befana am 6. Januar gefeiert werden, hat das Nikolausfest nur eine untergeordnete Bedeutung.

In den Nikolaus-Legenden verschmelzen zwei Charaktere namens Nikolaus miteinander. Der eine ist Bischof Nikolaus von Myra, der um 300 in der heutigen Türkei lebte. Der Sohn reicher Eltern verteilte nach dem Tode derselben den Reichtum großzügig unter den Armen. Sein Todestag wird am 6. Dezember vermutet. Ob sein Name aber tatsächlich Nikolaus war, ist heute gar nicht sicher. Sein später lebender Namensvetter, der ebenfalls Bischof war, war auch für seine Mildtätigkeit berühmt und wird heute vor allem in der russisch-orthodoxen Kirche verehrt.

Es wird vermutet, dass der Brauch des Nikolausfestes mit der byzantinischen Prinzessin Theophanu auf deutschsprachiges Gebiet kam, als sie 972 den deutschen Kaiser Otto II. heiratete. Die erste Nikolauskirche jedoch ließ der Gründerbischof Liudger in Münster weihen und das bereits vor 800.

Lange Zeit wurde Nikolaus und San Nicola wegen ihrer Freigebigkeit verehrt. Als Beschenker der Kinder traten sie noch nicht auf. Im Hochmittelalter entstand – vermutlich in Nordfrankreich – die Legende von der Auferweckung getöteter Schüler. Dadurch wird San Nicola/ Nikolaus/ Santa Claus zum Kinderfreund. Auch andere Legenden bringen seine Wohltätigkeit mit Kindern in Verbindung. Da er außerdem der Patron der Schiffer war, bastelten Kinder im Spätmittelalter „Nikolaus-Schiffe“, in die der Heilige heimlich Geschenke legte. Die Schiffchen haben sich seither zu Gabentellern, Stiefeln und Socken gewandelt.

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