cappuccino

Cappuccino

Der Cappuccino ist ein italienisches Kaffeegetränk, das zu etwa gleichen Teilen aus einem Espresso, heißer Milch und heißem Milchschaum zubereitet wird. Er wird in der Regel in dickwandigen, vorgewärmten Tassen aus Steingut oder Porzellan serviert und gesüßt getrunken. In Italien nimmt man ihn fast ausschließlich zum Frühstück ein.

In Deutschland wurde Cappuccino in den letzten Jahren zu einem der populärsten Kaffeegetränke. So trinken etwa 20% der Deutschen mindestens einmal pro Woche einen Cappuccino.

In Österreich existieren der dem Cappuccino zu Grunde liegende Kapuziner und der Cappuccino gleichberechtigt nebeneinander. Nach italienischer Art entsteht Cappuccino mit einem Espresso von ungefähr 25–30 ml in einer etwa 150–200 ml fassenden Tasse, der zügig mit halbflüssigem cremigem Milchschaum aufgegossen wird, bis die Tasse voll ist. Beim Eingießen des Milchschaums setzt sich die braune Crema des Espressos oberhalb des Schaums ab und gibt dem Cappuccino sein charakteristisches Aussehen.

Beim Aufschäumen sollte die Milch nicht über 70 °C erhitzt werden, weil der Schaum dann eine zu feste Konsistenz bekommen und der Cappuccino eventuell den Geschmack von gekochter Milch annehmen würde. Bei der Zubereitung des Milchschaums herrscht außerhalb Italiens ein weit verbreitetes Missverständnis: Weil der Name Cappuccino vermeintlich von „Kapuze“ abgeleitet ist, führt dies häufig zu dem Irrglauben, dass ein Cappuccino wirklich mit einer spitzen „Kapuze“ oder auch „Zipfelmütze“ aus Milchschaum serviert werden müsse. In Wahrheit bezieht sich der Name allerdings auf die braune Farbe der Mönchskutte (s. u.). So hält sich hartnäckig die Überzeugung, dass sich guter Milchschaum vor allem durch eine möglichst feste, schaumige Konsistenz auszeichnet. In originaler (italienischer) Zubereitungsart dagegen ist der Milchschaum beim Eingießen noch flüssig, frei von erkennbaren Luftbläschen und gleicht in der Konsistenz in etwa der von halb geschlagener Sahne.

So ist auch die Drittel-Regel, dass ein Cappuccino aus ⅓ Espresso, ⅓ Milch und ⅓ Milchschaum bestehen muss, relativ unsinnig, weil Milch und Milchschaum nicht separat eingegossen beziehungsweise „gelöffelt“ werden, sondern, wie oben beschrieben, der Schaum in halbflüssiger Konsistenz komplett eingegossen wird. Unterhalb der weiß-braunen Haube trennen sich die Phasen des Milchschaums dann schon nach kurzer Zeit, so dass bei einem guten Cappuccino letztlich eine Schaumschicht von etwa 1 bis 2 cm bleibt.

Wegen der flüssigen Konsistenz des Milchschaums lassen sich durch Bewegungen des Kännchens beim Eingießen des Milchschaums eine Vielzahl von braun-abgestuften Mustern erzeugen, die sogenannte Latte Art (siehe Bild). Klassischere Formen sind das Herz oder das Blatt, fortgeschrittenere Formen sind beispielsweise Tulpe, Drache oder Schmetterling. Unter Baristi gibt es in der Disziplin der Latte Art jedes Jahr zahlreiche nationale und internationale Wettbewerbe.

Manche Kaffeebars benutzen Kakaopulver oder Zimt, um die Farbe und das Aroma der Cremahaube auf der Milch nachzubessern, und manchmal sogar Schablonen, um Muster ähnlich der Latte Art zu erzeugen. Das Bestreuen mit Kakao ist jedoch keinesfalls allgemein üblich. Die Muster und der Geschmack der braunen Haube werden nach „puristischer“ Zubereitungsart nur durch das Vermischen der Crema mit dem eingegossenen Milchschaum erzeugt, nicht durch Zugabe von Kakao o. ä.


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