Mokka

Mokka

Mokka bezeichnete ursprünglich eine Kaffeesorte aus dem Jemen. Der Name leitet sich ab von der jemenitischen Hafenstadt al-Muchā am Roten Meer, wo früher der Kaffee verschifft wurde. Merkmale dieser Sorte sind sehr kleine Bohnen und viel Säure. Diese Bedeutung des Wortes ist heute fast nur noch Kaffeefachleuten geläufig.

Heute versteht man im deutschen Sprachraum unter Mokka allgemein eine Zubereitungsart von Kaffee, wobei die genaue Bedeutung regional verschieden ist. Während in Deutschland heute meist der türkische Kaffee bzw. der arabische Mokka gemeint ist, wird in Österreich jedoch ein schwarzer Kaffee als Mocca, vergleichbar dem Espresso, bezeichnet. Mokka in diesem Sinn wird keineswegs aus sortenreinem Mokka-Kaffee hergestellt.

Der Geschmack der Kaffeebohnen der Sorte Mokka erinnert leicht an Schokolade, obwohl darin kein Kakao enthalten ist. Im Nachkriegsdeutschland wurde der Begriff gerne für süße Produkte mit Kaffee- und Kakaogeschmack wie Mokka-Eiscreme, Mokka-Schokolade oder Mokka-Milchmischgetränke genutzt, heute werden dafür in der Regel modischere Bezeichnungen wie zum Beispiel Latte macchiato verwendet. In den USA und Großbritannien, im deutschsprachigen Raum auch bei Kaffeeverkaufsautomaten oder Kaffeehausketten nach amerikanischem Vorbild, bezeichnet der Mocha einen Kaffee mit Kakao oder Schokolade, in der Regel enthält er auch Milch oder Sahne.

In der Wiener Kaffeehaus-Tradition bezeichnet ein Mokka (auch Schwarzer) einen schwarzen Kaffee, vergleichbar dem Espresso, jedoch im Normalfall mit mehr Wasser zubereitet.

Ein Mokka (häufig auch Mocca) ist immer schwarz, muss aber keineswegs mittels einer Espresso-Maschine hergestellt werden, auch wenn dies der Normalfall ist. Ein Mokka kann beispielsweise auch ein Schwarzer aus der Karlsbader Kanne sein. Türkischer Kaffee wird hingegen nie nur als Mokka bezeichnet; wer einen Mokka bestellt, erhält einen kleinen Schwarzen.

Der arabische Mokka wird in der Regel mit Kardamom gewürzt und ungesüßt sehr heiß serviert. Neben Kardamom sind auch Zimt oder Nelken als Gewürz für den Mokka beliebt. Im Gegensatz dazu wird der türkische Mokka stets gesüßt und selten mit Rosenwasser gewürzt. Es gibt Stufen mit az şekerli, orta şekerli und tam şekerli (wenig gesüßt, mittelsüß und sehr süß). Der griechische Mokka hingegen ist ungewürzt und wird mit wenig bis gar keinem Zucker getrunken.

Bei dieser Zubereitung eines Kaffees handelt es sich wohl um die älteste bekannte Kaffeezubereitungsart. Ursprünglich wurde das Kännchen jedoch nicht direkt erhitzt (Herdplatte, Gasflamme), sondern in einem heißen Sandbett auf einer Feuerstelle langsam auf Kochtemperatur gebracht; eine alte Zubereitungsart, die auch noch vereinzelt in Griechenland anzutreffen ist.

Das langstielige Kännchen für die Zubereitung eines Mokkas nennt sich Ibrik, je nach Sprache und Land auch Cezve genannt (in Bosnien: džezva). Auf der Abbildung ist ein recht schlichter Edelstahl-Ibrik mit Plastikgriff zu sehen. Schlechter Stahl kann den Geschmack beeinträchtigen. Stilecht ist ein Ibrik aus inwändig verzinntem Kupfer oder Messing gefertigt. Üblicherweise ist auf dem Boden des Ibrik eine Zahl eingeschlagen, die angibt, für welche Tassenanzahl der Ibrik bestimmt ist.

Ein Kaffee für einen Mokka kommt vorzugsweise aus den Anbaugebieten Äthiopien und Jemen, aber es kann ohne weiteres auch anderer Kaffee verwendet werden, solange er staubfein gemahlen wurde. Dieser staubfeine Kaffee wird auf dem Balkan als „Minas kafa“ oder „Minas kava“ verkauft.


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